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Wagner Verlag © ist eine eingetragene Marke



ISBN: 978-3-86683-099-8

Größe: 13 x 20 cm
143 seiten

Gewicht:

Preis: 13,60
inkl. MwSt

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Michael Völker - Autor/in


Geschichten aus Kamerun

Kamerun, Afrika in Miniatur 


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Presse




Pressemitteilung
.
vom 28.06.2011

Wagner Verlag geht Verlosungskooperation zum Filmstart am 23. Juni 2011 „Schlafkrankheit“ – Der Berlinale Regiepreisgewinner ein

„Schlafkrankheit ist ein Film über Europäer in Afrika. Es ist ein Film über Europa.“ (Ulrich Köhler, Regisseur Schlafkrankheit)


Zum Kinostart am 23. Juni 2011 des mit dem Silbernen Bären für die beste Regieleistung geehrten Filmes „Schlafkrankheit“ ist der Wagner Verlag eine Verlosungskooperation eingegangen. Das Buch „Geschichten aus Kamerun“ von Michael Völker wird im Rahmen des Filmstarts bei einer öffentlichkeitswirksamen Verlosung angeboten.
„Wir freuen uns über die tolle Werbeplattform und wünschen dem Film einen guten Start!“, so Verlagsleiter Hauke Wagner.

SCHLAFKRANKHEIT begleitet einen Entwicklungshelfer in seinem Leben in Kamerun und ist eine spannende Erzählung, die die Tiefen einer Figur erforscht und dem Publikum einen intimen Blick in das Seelenleben seiner Protagonisten gewährt. Ulrich Köhler hat sich für diesen Film zurück auf den Kontinent seiner Kindheit begeben. Seine Eltern waren Entwicklungshelfer und er wuchs in einem kleinen Dorf im heutigen Kongo auf.
Aus diesem Anlass verlosen wir nun für unsere Fans auf der Facebookseite unter www.facebook.com/meinverlag acht Kinogutscheine. Besuchen Sie uns, es lohnt sich!

Alle Informationen zum Film finden Sie unter www.schlafkrankheit-derfilm.de









der Freitag
von Matthias Dell
vom 22.06.2011

Man will nicht zurück und doch

Zeit der Migration in den Süden von mir: Ulrich Köhlers Film „Schlafkrankheit“ ist ein stilles Meisterwerk – avanciert im politischen Entwurf, ökonomisch in der Erzählung


Mit „Afrika” macht man sich es von hier aus zumeist leicht. Susanne Bier etwa hatte in ihrem Film In einer besseren Welt, das letzte Jahr den so genannten Auslands-Oscar gewann, einen dänischen Arzt nach „Afrika” geschickt, der dort die Bewunderungshierarchie der Schwarzwaldklinik etablierte: Er hilft, wo nur er helfen kann, befehligt souverän das Heer lokaler Untergebener und verteidigt den Eid des Hippokrates noch in der Savanne, als ein grausamer Rebellenführer verletzt Behandlung einfordert. Die lokalen Kinder sind so glücklich über diesen Sondergesandten der Krisengebietsanästhesie, dass sie strahlend hinter seinem Auto herlaufen. Auch Schlafkrankheit von Ulrich Köhler, der auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet wurde, zeigt einen Arzt in Afrika, genauer gesagt Kamerun. Bewunderung ist aber nichts, was einem in Bezug auf diesen Ebbo Velten (Pierre Bokma) einfallen würde – was auch daran liegt, dass Köhler die limitierte Komplexität der Entwicklungshilfedeutlich macht: Bei der Einweisung seines Nachfolgers sieht Velten einen Patienten, für dessen Lymphdrüsenerkrankung nur veraltete, schmerzvolle Behandlungsweisen zur Verfügung stehen.
Dass Ebbe Velten darüber hinaus kein Sympathieträger ist, sondern eine widersprüchliche, bisweilen unangenehme Figur, macht eine Qualität von Schlaf Krankheit aus – der Film schützt sich dadurch vor falschen Allianzen, die aus dem nicht unschuldigen Verhältnis zwischen Europa und Afrika resultierten. Schlafkrankheit erzählt miteinander verbundene Geschichten einer gebrochenen Entfremdung: Veltens Zeit ist eigentlich vorbei, am Beginn steht er mit Frau (Jenny Schily) und Tochter vor den Abreisevorbereitungen ins hessische Wetzlar. Im zweiten Teil des Films, der nach einem fulminanten Schnitt einen zweiten Protagonisten auf seine Spur bringt, wird er in der fremden Heimat geblieben sein.
Der zweite, vielleicht der eigentliche Hauptdarsteller, ist der französische Weltgesundheitsorganisationsarzt Dr. Alex Nzila (Jean-Christophe Folly), der ein Projekt von Velten evaluieren soll. Nzila Suche ist aus Joseph Conrads Herz der Finsternis abgeschaut, aber Köhler reproduziert nicht die alte Geschichte, sondern öffnet sie ins Heute: Nzila kehrt als in Paris geborener Sohn eines Kongolesen in die ihm fremde Nähe seiner Vorfahren zurück. Ihm gegenüber erscheint der erfahrene Velten als der eigentliche „Afrikaner”.
Ulrich Köhler gelingt es nun, diesen avancierten politischen Entwurf' einer bei-läufig wirkenden Genauigkeit zu erzählen. Die Reduziertheit der Dialoge und Szenen (Kamera: Patrick Orth) ist das Resultat einer künstlerischen Verdichtung, die in seinen früheren Filmen (Bungalow, 2002, Montag kommen die Fenster, 2006) schon erkennbar war.
Nzilas Herkunftsangabe wird am Rande eines Witzes gemacht, mit dem sich die Figur routiniert gegen ausdauernde Bassismen schützt. Veltens Entscheidung für die neue Heimat illustriert eine Szene am Ende, in der bewaffnete Männer auf seinen Pickup steigen, gegen deren Transport er sich zu Beginn als Ausweis seiner Neutralität noch gesträubt hätte. Die ganze Unsicherheit des schultertaschenbewehrten Nzila lässt sich an seinem Gang ablesen, dem Schlafkrankheit in charakterisierender Ausführlichkeit Raum gibt. Und das alles sieht so leicht aus, wie es sich Köhler mit „Afrika” nicht macht.







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